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Nachsorge

Eine Darmkrebserkrankung ist für jeden Patienten eine starke Belastung. Die Auseinandersetzung mit der Erkrankung und ihren Folgen sowie die Anstrengungen der Therapie fordern viel von den Erkrankten. Aus diesem Grund bildet das Darmkrebszentrum Brandenburg-Nordwest Patienten ein stabiles Netz, das nicht nur die regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen sicherstellt, sondern darüber hinaus eine individuelle Rehabilitation nach modernsten Standards ermöglicht sowie weitere notwendige Unterstützung anbietet.

Untersuchungen

Die Nachsorgeuntersuchungen dienen primär dazu, ein erneutes Tumorwachstum frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln. Der Arzt, der die Nachsorge bei einem Patienten übernimmt, stimmt die Nachsorgeuntersuchungen auf die individuelle Situation des Patienten ab. Dabei entscheidet insbesondere das Stadium des operativ entfernten Tumors. Folgende Untersuchungen werden im Rahmen der Nachsorge im Darmzentrum Brandenburg-Nordwest durchgeführt:

  • Anamnese und umfassende körperliche Untersuchung
  • Blutuntersuchung einschließlich des CEA-Wertes (Tumormarker)
  • Ultraschall des Bauches
  • Röntgenuntersuchung des Brustkorbs
  • Dickdarmspiegelung (Koloskopie)
  • Computertomographie des Beckens (nur bei Tumoren im Rektum)
  • Mastdarmspiegelung (nur bei Tumoren im Rektum)

In den ersten 24 Monaten nach der Operation werden Patienten einmal im Quartal zu einer Blut und körperlichen und Untersuchung gebeten. Ultraschalluntersuchungen finden einmal im Halbjahr statt.

Im Darmkrebszentrum Brandenburg-Nordwest können die Nachsorgeuntersuchungen sowohl in der Ambulanz der Medizinischen Klinik B der Ruppiner Kliniken als auch bei niedergelassenen Partnern erfolgen.

Stoma

Einige Patienten leben nach der operativen Therapie mit einem künstlichen Darmausgang, einem Enterostoma. Auch wenn das zunächst dramatisch scheint – mit einem gut eingestellten Stoma büßt man keine Lebensqualität ein. Alltag, Sport, Sex, Beruf sind ganz normal möglich.

Um den Umgang mit dem Stoma und dessen richtige Handhabung kennen zu lernen, steht den Patienten im Darmkrebszentrum Brandenburg-Nordwest eine Stomaschwester zur Seite. Im Darmkrebszentrum finden Sie qualifizierte Ansprechpartner, die auch bei der Organisation des notwenigen Materials für die Hausversorgung des Stomas helfen.

Ernährungsberatung

Es gibt keine einheitlichen Diätempfehlungen für Darmkrebspatienten. Je nach individueller Situation sind aber die Anforderungen an den Ernährungsplan unterschiedlich. Patienten, die sich einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen, essen anders als Patienten mit einem künstlichen Darmausgang. Darum stellen die Diätassistentinnen im Darmkrebszentrum Brandenburg-Nordwest für jeden Patienten ein individuelles Ernährungskonzept zusammen. Dabei arbeiten sie intensiv mit den Patienten, berücksichtigen Lebensumstände, liebgewonnene alte Gewohnheiten und helfen bei der Ernährungsumstellung.

Kontakt
Meike Herkner
Telefon: (03391) 39-3214

Sozialdienst

Krankheit bedeutet für den Patienten und seine Angehörigen oft auch eine gravierende Veränderung der Lebenssituation in sozialer, psychischer, wirtschaftlicher und praktischer Hinsicht. So ergibt sich häufig ein großer individueller Beratungs- und Unterstützungsbedarf. Hier und in allen Fragen zur Nachsorge nach einem Krankenhausaufenthalt ist der Sozialdienst Ansprechpartner.

Jeder Patient mit Beratungswunsch oder einem Hilfebedarf wird individuell unterstützt. In engem Kontakt auch mit Angehörigen und Bezugspersonen wird die jeweils geeignete nachstationäre Hilfe organisiert.

Unser Beratungsspektrum umfasst u.a.:

  • Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen
  • Hilfe bei der Suche nach individuellen Lösungsmöglichkeiten für die Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt, gegebenenfalls Vermittlung von Pflegediensten, Hilfsmitteln o. ä.
  • Beratung und Unterstützung bei der Beantragung von Sozialleistungen, wie z. B. Pflegegeld
  • Beratung zum Schwerbehindertenrecht und Hilfestellung bei der Antragstellung
  • Beratung zum Pflegeversicherungsgesetz und Hilfestellung bei der Antragstellung
  • Anregung von gesetzlichen Betreuungen gemäß dem Betreuungsgesetz
  • Vermittlung von Pflegeheim-, Kurzzeitpflege- und Hospizplätzen
  • Psychosoziale Begleitung und Beratung für Patienten und deren Angehörige oder Bezugspersonen
  • Vermittlung von Kontaktadressen, z. B. von Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen

Kontakt
Susanne Wuttke
Telefon: (03391) 39-2039

Hospa mobil

Die Hospa Mobil ist eine häusliche Krankenpflege mit der Spezialisierung auf Palliativpflege (Palliativpflege heißt übersetzt umhüllen und schützen). Der ambulante Pflegedienst ist eingebettet in das Netzwerk der HOSPA GmbH deren Ziel ist es, die Lebensqualität an unheilbaren Krankheiten leidender, älterer und sterbender Menschen wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern.

Krankenschwestern mit speziellen Ausbildungen und Altenpflegerinnen stehen mit qualifiziertem Rat und liebevoller Pflege, Ihnen, die sie wieder zu Hause sein wollen, zur Seite. Zu den Angeboten gehören neben solchen Dingen wie Körperpflege und Essen zubereiten, besonders die Versorgung nach Operationen, das Anlegen von Verbänden, die Überwachung von Infusionen, das Verabreichen von Medikamenten, die Versorgung von Trachealkanülen oder die Begleitung bei der Nutzung von Portsystemen.

Ein wesentliches Angebot ist die individuelle Unterstützung bei der Bewältigung von Schmerzen. Sämtliche Fragen rund um die Themen Pflegeversicherung, Pflegebedürftigkeit und Unterstützungsmöglichkeiten sowie Wohnen, Wohnungsanpassungsmaßnahmen und pflegerische Hilfsmittel, die im Alter und bei einem bestimmten Grad an Hilfebedürftigkeit gebraucht werden, beantwortet Ihnen Caroline Krys, Pflegedienstleiterin des Palliativpflegedienstes, der Hospa Mobil.

Kontakt
Caroline Krys
Telefon: (03391) 39-3037

Hospiz

Engagierte Menschen unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Berufsgruppen haben sich im Ruppiner Hospiz e.V. zusammengefunden, um Schwerstkranke und Sterbende sowie deren Angehörige zu begleiten und zu betreuen. Der ambulante, ehrenamtliche Hospizdienst ist eine Ergänzung zur häuslichen Krankenpflege.

Insbesondere unheilbar Kranke und Sterbende werden in ihrer letzten Lebenszeit entsprechend ihren Bedürfnissen betreut.
Ihre Wünsche und ihre Menschenwürde bis zuletzt bilden das Ziel des Handelns für den Hospizdienst. Darüber hinaus werden Angehörige dabei unterstützt, die Vorstellungen und Wünsche ihrer Schwerstkranken zu erfüllen, insbesondere deren Bitte nach einem Sterben in vertrauter Umgebung. Die Betroffenen sollen so lange wie möglich bei ambulanter Pflege und Betreuung zu Hause leben können.

Mit einer speziellen Ausbildung werden die Mitarbeiter auf diese Betreuungstätigkeit vorbereitet. Der ambulante Hospizdienst arbeitet unentgeltlich und stützt sich auf den freiwilligen Dienst sowie auf Spendengelder. Im 2004 neu gebauten „Haus Wegwarte“, gleich neben dem Gelände der Ruppiner Kliniken, ist das stationäre Hospiz mit acht freundlichen und gemütlichen Einzelzimmern eingerichtet. Hier finden Menschen Aufnahme, die an einer unheilbaren Krankheit leiden, wie Krebs, Aids, Nerven- und Muskelerkrankungen.

Sie erhalten eine ganzheitliche, palliative Pflege und Hilfe, bei der sie liebevolle persönliche Zuwendung erfahren sowie alle notwendige medizinische Hilfe bekommen, die ihnen die letzte Lebenszeit erleichtert. Das stationäre Hospiz schafft für die Schwerstkranken die Sicherheit eines Krankenhauses und die Geborgenheit der häuslichen Atmosphäre. Der Lebensrhythmus jedes einzelnen Patienten bestimmt den Tagesablauf und damit die gesamte Betreuung durch das Pflegeteam.

Kontakt
Koordination des ehrenamtlichen, freiwilligen ambulanten Hospizdienstes
Telefon: (03391) 39-4955 oder 0172 646 73 94

Pflegedienstleitung stationäres Hospiz
Telefon: (03391) 39-4957

Palliativmedizin

Der Palliativstützpunkt Neuruppin hilft Menschen mit fortschreitenden, unheilbaren Krankheiten die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern durch:

  • frühzeitiges Erkennen und Lindern von Beschwerden durch medikamentöse und pflegerische Maßnahmen (z. B. Schmerzen, Ängste, Übelkeit, Luftnot, Wundversorgung)
  • Hilfe bei der Bewältigung des Krankheits- und Sterbeprozesses (z. B. Fragen zur Kommunikation mit den Kranken und ihren Angehörigen)
  • nachgehende Trauerbegleitung
  • Beratung zu ethischen und spirituellen Fragen
  • wöchentliche praxisbezogene Fallbesprechung des Palliative-Care-Teams bezüglich der eingeschriebenen Patienten und Patientinnen

Kontakt
Palliativstützpunkt Neuruppin
Telefon: (03391) 39-4963 oder (03391) 39-4964
www.ruppiner-hospiz.de

Selbsthilfe

Das Darmkrebszentrum Brandenburg-Nordwest arbeitet eng mit überregionalen und regionalen Selbsthilfegruppen zusammen. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, in persönlichen Gesprächen mit Gleichbetroffenen über die Erkrankung zu redenInformationen zu erhalten und auszutauschen. Näheres über die Arbeit der Gruppen und Kontakte in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Sportangebote

Wer sich bewegt, tut dem Darm Gutes. Denn jede Form der Bewegung regt den Stoffwechsel an und steigert die Darmtätigkeit. Verstopfung wird vorgebeugt. Insbesondere wer regelmäßig Sport treibt, fördert die Gesundheit des Darms. Im Rehazentrum „Alte Schwimmhalle“ in Neuruppin werden sowohl Ausdauersportarten als auch Kurse, die gezielt die Bauch- und Beckenmuskulatur anregen angeboten. Unter dem Motto „Sport tut gut und macht Mut“ sind außerdem diverse Trainingsprogramme für Patienten mit Krebserkrankungen zusammengestellt worden.

Kurzkontakt
Darmkrebszentrum Brandenburg-Nordwest
Leitung: Prof. Dr. Stephan Gretschel